Wann endet ein Arbeitsverhältnis, wenn heute gekündigt wird? Das Obligationenrecht (OR, SR 220) gibt Fristen vor, die sich nach der Dauer des Arbeitsverhältnisses richten. Das Ende liegt nach der Probezeit immer auf einem Monatsende, deshalb schiebt sich der letzte Arbeitstag oft weiter nach hinten, als man zunächst denkt. Dieser Ratgeber erklärt die gesetzlichen Fristen und den Termin sinngemäss und zeigt Beispiele. Er ersetzt weder Ihren Vertrag noch eine Beratung.
Die gesetzlichen Kündigungsfristen im Überblick
Die Fristen gelten für Arbeitgeber und Arbeitnehmende gleich lang (Art. 335a OR). Nach der Probezeit gilt je nach Dienstjahr (Art. 335c OR, Fedlex):
| Zeitraum | Kündigungsfrist | Das Arbeitsverhältnis endet |
|---|---|---|
| Probezeit (in der Regel der 1. Monat) | 7 Tage | an jedem beliebigen Tag |
| Nach der Probezeit, 1. Dienstjahr | 1 Monat | auf Monatsende |
| 2. bis 9. Dienstjahr | 2 Monate | auf Monatsende |
| Ab dem 10. Dienstjahr | 3 Monate | auf Monatsende |
Das Dienstjahr beginnt mit dem Eintrittsdatum und wechselt am Jahrestag. Wer am 1. März 2024 angefangen hat, ist vom 1. März 2026 bis 28. Februar 2027 im 3. Dienstjahr.
Kündigungsfrist in der Probezeit
In der Probezeit kann das Arbeitsverhältnis jederzeit mit einer Frist von 7 Tagen gekündigt werden. Als Probezeit gilt ohne andere Abrede der erste Monat. Schriftlich im Vertrag, in einem Normalarbeitsvertrag oder einem Gesamtarbeitsvertrag lässt sich eine andere Dauer vereinbaren, höchstens aber drei Monate (Art. 335b OR, Fedlex). Bei Krankheit, Unfall oder Erfüllung gesetzlicher Pflichten kann sich die Probezeit verlängern, im Vertrag steht oft mehr dazu. Die Kündigung muss während der Probezeit zugehen, das Ende der 7-Tage-Frist darf danach liegen.
Beispiel: Eintritt am 1. November 2026. Geht die Kündigung am 10. November zu, beginnt die Frist am 11. November und endet nach 7 Tagen am 17. November 2026.
Der Termin: immer ein Monatsende
Nach der Probezeit kann nur auf das Ende eines Monats gekündigt werden (Art. 335c Abs. 1 OR). So geht die Rechnung:
- Dienstjahr bestimmen und daraus die Frist ablesen: 1, 2 oder 3 Monate.
- Frist ab dem Tag nach dem Zugang zählen. Massgebend ist, wann die Kündigung bei der anderen Seite ankommt, nicht das Datum auf dem Brief.
- Auf das nächste Monatsende aufrunden. Fällt das Ende der Frist mitten in einen Monat, endet das Arbeitsverhältnis am letzten Tag dieses Monats.
Eine Kündigung muss nach dem Gesetz nicht schriftlich sein, ein Vertrag oder Gesamtarbeitsvertrag kann aber eine Form verlangen. Aus Beweisgründen ist Schriftlichkeit sinnvoll. Die kündigende Partei muss die Kündigung schriftlich begründen, wenn die andere Seite das verlangt (Art. 335 OR, Fedlex).
Rechenbeispiele
Alle Beispiele nach Ablauf der Probezeit, ohne Sperrfrist.
| Eintritt | Zugang der Kündigung | Dienstjahr und Frist | Arbeitsverhältnis endet |
|---|---|---|---|
| 01.03.2024 | 15.11.2026 | 3. Dienstjahr, 2 Monate | 31.01.2027 |
| 01.03.2024 | 30.11.2026 | 3. Dienstjahr, 2 Monate | 31.01.2027 |
| 01.03.2024 | 01.12.2026 | 3. Dienstjahr, 2 Monate | 28.02.2027 |
| 15.12.2016 | 20.10.2026 | 10. Dienstjahr, 3 Monate | 31.01.2027 |
Die Zeilen 2 und 3 zeigen, worauf es ankommt: Ein einziger Tag Unterschied beim Zugang (30. November oder 1. Dezember) verschiebt das Ende um einen ganzen Monat.
Wechselt das Dienstjahr zwischen dem Zugang und dem Ende der Frist, ist nicht klar geregelt, welches Dienstjahr für die Länge der Frist zählt. Rechtsprechung und Lehre beurteilen das nicht einheitlich. Prüfen Sie diesen Fall im Vertrag oder mit einer Fachperson.
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Bis wann muss die Kündigung ankommen?
Wer auf ein bestimmtes Monatsende kündigen will, muss die Kündigung bis zum letzten Tag des passenden Vormonats zustellen. Die Tabelle zeigt den spätesten Zugang je Frist (nach der Probezeit, ohne Dienstjahr-Wechsel in der Frist und ohne Sperrfrist):
| Gewünschtes Ende | Bei 1 Monat Frist | Bei 2 Monaten Frist | Bei 3 Monaten Frist |
|---|---|---|---|
| 31.12.2026 | 30.11.2026 | 31.10.2026 | 30.09.2026 (vorbei) |
| 31.01.2027 | 31.12.2026 | 30.11.2026 | 31.10.2026 |
| 31.03.2027 | 28.02.2027 | 31.01.2027 | 31.12.2026 |
Der Zugang zählt, nicht das Absendedatum. Wer knapp dran ist, stellt die Kündigung früh zu und hält fest, wann sie angekommen ist. Wird die Frist verpasst, endet das Arbeitsverhältnis erst auf das nächste Monatsende.
Sperrfristen: kurz erklärt
Nach der Probezeit darf der Arbeitgeber nicht kündigen, solange eine Sperrfrist läuft (Art. 336c OR, Fedlex). Das gilt nur für Kündigungen durch den Arbeitgeber. Beispiele für Sperrfristen:
- unverschuldete Krankheit oder Unfall: im 1. Dienstjahr 30 Tage, im 2. bis 5. Dienstjahr 90 Tage, ab dem 6. Dienstjahr 180 Tage,
- Schwangerschaft und 16 Wochen nach der Niederkunft,
- Militär-, Schutz- und Zivildienst sowie weitere im Gesetz genannte Fälle.
Eine Kündigung während einer Sperrfrist ist nichtig. Wurde vor Beginn der Sperrfrist gekündigt, ruht die Kündigungsfrist und läuft nach der Sperrfrist weiter. Das Ende verschiebt sich dann auf das nächste Monatsende. Der Rechner und die Beispiele auf dieser Seite berücksichtigen Sperrfristen nicht. Bei Krankheit, Schwangerschaft oder Dienst fragen Sie eine Fachperson oder die kantonale Schlichtungsbehörde.
Abweichende Regeln und Sonderfälle
- Vertrag, NAV und GAV: Per schriftlicher Abrede oder Normalarbeitsvertrag darf die Frist nicht unter einem Monat liegen. Kürzere Fristen sind nur durch Gesamtarbeitsvertrag und nur für das erste Dienstjahr möglich (Art. 335c Abs. 2 OR). Massgebend ist Ihr Vertrag.
- Lehrverträge haben eigene Regeln (Art. 344 ff. OR). Diese Seite und der Rechner gelten dafür nicht.
- Befristete Arbeitsverträge enden mit Ablauf der vereinbarten Dauer, ohne Kündigung (Art. 334 OR).
- Fristlose Kündigung ist nur aus wichtigem Grund möglich (Art. 337 OR).
- Missbräuchliche Kündigung hat besondere Folgen (Art. 336 OR).
Wenn Sie Personal haben
Fristen sind nur ein Teil der Personalarbeit im Kleinbetrieb. Wer Angestellte hat, regelt oft auch Homeoffice, Spesen und den Umgang mit KI-Werkzeugen schriftlich. Das Set unten regelt keine Kündigungen und ersetzt keine Rechtsberatung.
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Häufige Fragen
Wie lang ist die Kündigungsfrist nach der Probezeit?
Im 1. Dienstjahr 1 Monat, vom 2. bis 9. Dienstjahr 2 Monate und ab dem 10. Dienstjahr 3 Monate, jeweils auf das Ende eines Monats, sofern der Vertrag nichts anderes vorsieht (Art. 335c OR).
Warum endet das Arbeitsverhältnis am Monatsende, obwohl ich mitten im Monat gekündigt habe?
Weil nach der Probezeit nur auf ein Monatsende gekündigt werden kann. Die Frist wird ab dem Tag nach dem Zugang gezählt, das Ende rundet auf den letzten Tag des Monats auf, in den die Frist fällt.
Zählt das Datum des Briefs oder der Zugang?
Es zählt der Zugang, also der Zeitpunkt, in dem die Kündigung in den Machtbereich der anderen Seite gelangt, zum Beispiel in den Briefkasten. Bei Einschreiben, die nicht abgeholt werden, kann der Zeitpunkt umstritten sein.
Kann ich in der Probezeit mit 7 Tagen Frist kündigen, wenn die Probezeit länger vereinbart ist?
Ja. Während der vereinbarten Probezeit, höchstens drei Monate, gilt die 7-Tage-Frist, sofern der Vertrag keine andere Frist vorsieht (Art. 335b OR).
Gelten die Fristen auch für Lehrverträge?
Nein. Für Lehrverträge gelten eigene Regeln (Art. 344 ff. OR). Diese Seite behandelt unbefristete Arbeitsverträge.
Was ist, wenn ich krank bin?
Dann kann eine Sperrfrist laufen, in der der Arbeitgeber nicht kündigen darf. Sie gilt nur für Kündigungen des Arbeitgebers und hängt vom Dienstjahr ab. Lassen Sie sich im Einzelfall beraten.
Quellen
- Obligationenrecht (OR), SR 220, Fedlex: Art. 335 (Kündigung, Begründung), Art. 335a (gleiche Fristen), Art. 335b (Probezeit), Art. 335c (Fristen nach Dienstjahr), Art. 336c (Sperrfristen), Art. 334 und 337 (befristet, fristlos), Art. 344 ff. (Lehrvertrag).
Stand: 6. November 2026. Dieser Ratgeber erklärt die Regeln sinngemäss in eigenen Worten und ist keine Rechtsberatung.